Manchmal frage ich mich wirklich, ob ich überhaupt noch fähig bin, einfache Tücher zu stricken …
Voller Freude habe ich zu meiner Cashmere Light von Lang Yarns gegriffen – ein traumhaftes Garn, weich, edel, wunderbar auf den Nadeln. Die Anleitung? Eigentlich ganz simpel. Einziger Knackpunkt:
Der Start, bei dem die Mustereinteilung stimmen muss. Also volle Konzentration.
Am Montagabend packte ich das Projekt im Stricktreff aus. Es war so lustig, wir haben so viel geplaudert, dass sich ständig Fehler einschlichen. Nach zweimaligem Aufribbeln habe ich aufgegeben
und lieber eine andere Strickarbeit zur Hand genommen.
Am nächsten Abend dann der Neustart. „So schwer ist es ja nicht“, dachte ich – also ließ ich nebenbei einen Film laufen. Schlechte Idee. Wieder zweimal ribbeln. Danach habe ich mich
zusammengerissen, hochkonzentriert den Anfang gestrickt – und endlich konnte ich loslegen.
Jetzt, wo alles passte, gönnte ich mir ein K-Drama (natürlich auf Koreanisch mit deutschen Untertiteln). „Kein Problem“, redete ich mir ein. Denkste! Nach einer Stunde stellte ich fest: 5 cm
weiter unten 1 x die Randmasche falsch gestrickt. Also alles noch mal von vorne.
Der nächste Versuch: ohne Hörbuch, ohne Drama, ohne Ablenkung. Doch auch da schweiften meine Gedanken irgendwann ab … Soll ich jetzt wirklich noch einmal neu anfangen? Oder den kleinen Fehler
übersehen? Für mich selbst würde ich großzügig darüber hinwegsehen – es wäre dann eben ein individuelles Tuch. Aber da ich es im Laden ausstellen möchte, hadere ich noch mit mir.
Vielleicht sollte ich mir einfach eingestehen: Es ist nicht das Muster, das schwierig ist – sondern die Kunst, sich beim Stricken nicht von K-Dramen, Plaudereien oder den eigenen Gedanken
verführen zu lassen. Und wer weiß: Vielleicht wird das Tuch ja gerade durch diese kleinen Dramen zu einem ganz besonderen Hingucker. Schließlich steckt in jedem Strickstück nicht nur Garn,
sondern auch eine ganze Geschichte.
Diesen Text habe ich mit Chatgpt korrigiert und humorvoller ngestalten lassen.
